Russlands Cyberkrieg

USA zerschlagen Putins Malware-Angriff

Um die Manipulation von Millionen Computern weltweit zu verhindern, hat das FBI russische Malware aus Netzwerken entfernt. Die Schäden wären fatal gewesen.
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CSO | 07. April 2022 10:32 Uhr
Bereits in den vergangenen Jahren war die Beziehung zwischen den USA und Russland angespannt. Der Krieg in der Ukraine lässt das Verhältnis nun eskalieren.
Bereits in den vergangenen Jahren war die Beziehung zwischen den USA und Russland angespannt. Der Krieg in der Ukraine lässt das Verhältnis nun eskalieren.
Foto: Bruce Rolff - shutterstock.com

Um russischen Cyberangriffen zuvorzukommen, haben die USA der New York Times zufolge heimlich Malware aus Computernetzen auf der ganzen Welt entfernt. Schon seit Beginn des Krieges in der Ukraine hätten amerikanische Beamte befürchtet, der russische Präsident Putin plane eine große Cyberattacke gegen die USA.

Grund für die Befürchtungen gaben zuletzt die drastischen Sanktionen, die die Vereinigten Staaten gegen Moskau verhängt hatten. Als mögliche Reaktion darauf hätte die Attacke von Russland kritische Infrastrukturen in den USA gefährden können, darunter Finanzunternehmen, Pipelines sowie die Stromversorgung.

Die mittlerweile entfernte Schadsoftware ermöglichte es den Russen sogenannte Botnets zu erstellen: ein riesiges Netz manipulierter Computer, die der russische Militär-Geheimdienst G.R.U. kontrolliert. Wofür der G.R.U. die Schadsoftware einsetzen wollte, sei noch unklar. Sicher ist jedoch, dass der Geheimdienst damit eine Menge Schanden hätte anrichten können, von Überwachung bis hin zu zerstörerischen Angriffen.

Darauf wollten es die USA nicht ankommen lassen. Am Mittwoch den 6. April gab der amerikanische Generalstaatsanwalt Merrick B. Garland bekannt, dass das Justizministerium und das FBI die Netzwerke der Kontrollgeräte der G.R.U. abgeschaltet haben. Oftmals hatten die US-Unternehmen, in deren Netzwerke das FBI eingedrungen war, um die Malware zu entfernen, kein Wissen davon. Für weltweite Operationen dieser Art erhielten die USA Unterstützung durch ausländische Regierungen.

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Mit der Aktion wolle man eine Botschaft an Putin senden. Dennoch betonte US-Präsident Biden der New York Times zufolge wiederholt, er würde das US-Militär nicht in einen direkten Konflikt mit dem russischen Militär verwickeln. Seiner Meinung nach könnte diese Situation zum Dritten Weltkrieg führen.

Melanie Staudacher ist Editor bei CSO. Ihr Schwerpunkt ist IT-Security.