Mutmaßlicher Hackerangriff

Technische Ausfälle bei VDM Metals

Die Produktionsfirma VDM Metals ist offenbar Opfer einer Cyberattacke geworden. Wesentliche Teile der IT-Infrastruktur sollen davon betroffen sein.
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CSO | 18. Januar 2023 13:25 Uhr
Der Werkstoffhersteller VDM Metals kämpft aktuell mit technischen Problemen. Das Unternehmen ist auch zum Teil telefonisch nicht erreichbar.
Der Werkstoffhersteller VDM Metals kämpft aktuell mit technischen Problemen. Das Unternehmen ist auch zum Teil telefonisch nicht erreichbar.
Foto: VDM Metals

Laut einem Bericht des News-Portals come-on.de haben Hacker Anfang vergangener Woche die IT-Systeme des Werkstoffherstellers VDM Metals Anfang vergangener Woche angegriffen. Neben dem Hauptsitz in Werdohl sollen auch die Standorte in Altena, Unna und Siegen betroffen sein. Es wird berichtet, dass Mitarbeiter des Unternehmens in den Produktionsbereichen am vergangenen Mittwoch noch geringfügige Restarbeiten haben durchführen können, ehe die Produktion zum Erliegen kam. Zudem heißt es, dass auch die Logistik beeinträchtigt sei.

Teilweise telefonisch nicht erreichbar

Allerdings wurde der Angriff bisher weder vom Unternehmen selbst, noch von der Polizei bestätigt. Auch telefonisch ist der Anbieter für Hochleistungslegierungen zeitweise nicht erreichbar. Wer versucht, dort anzurufen, landet zunächst bei einer automatischen Bandansage. Diese weist darauf hin, dass ein Anruf derzeit nicht möglich ist. Im Anschluss wird der Anruf an einen externen Telefon-Dienst weitergeleitet.

Auf Nachfrage von CSO im VDM-Metals-Headquarter teilte ein Mitarbeiter aus dem Telefon-Service mit, dass für weitere Auskünfte die Kommunikationsabteilung zuständig sei. Diese sei jedoch telefonisch nicht erreichbar, da die Telefone durch den Angriff nicht funktionieren würden.

Ob es sich dabei um eine Ransomware-Attacke mit Lösegeldforderung gehandelt hat, ist bisher nicht bekannt, aber sehr wahrscheinlich. Im vergangenen Jahr gab es einen ähnlichen Fall beim Pumpenhersteller Kracht. Medienberichten zufolge gelang es den Tätern damals, sich mit einer E-Mail gezielt Zutritt zu der Serverstruktur des Unternehmens zu verschaffen und wichtige Systeme lahmzulegen. Die Angreifer hätten das Opfer auch mit einer Geldforderung erpresst.

Hackerangriffe auf deutsche Produktionsbetriebe nehmen zu

Cyberangriffe auf große Industriebetriebe in Deutschland sind keine Seltenheit. Erst im Oktober 2022 wurden die IT-Systeme des Kupferkonzern Aurubis attackiert. Zudem hat eine Studie des Sicherheitsanbieters Trend Micro ergeben, dass 90 Prozent der deutschen Unternehmen in den Bereichen Strom-, Öl- und Gasversorgung sowie Fertigung zwischen 2021 und 2022 von Cyberangriffen betroffen waren.

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Julia Mutzbauer ist  Editor bei CSO. Ihr Schwerpunkt ist Security.