ALMA steht still

Internationales Radioteleskop-Observatorium gehackt

Ein Cyberangriff legte alle 66 Antennen des internationalen Observatoriums ALMA lahm, weswegen die Forschungsarbeit vorübergehend eingestellt werden muss.
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CSO | 03. November 2022 15:00 Uhr
Das ALMA befindet sich auf einer Höhe von über 4.800 Metern in der Atacama-Wüste im Norden von Chile.
Das ALMA befindet sich auf einer Höhe von über 4.800 Metern in der Atacama-Wüste im Norden von Chile.
Foto: Framalicious - shutterstock.com

Eigentlich sollte es die Entstehung von Planeten und Sternen erforschen, nun steht es aufgrund eines Cyberangriffs still: das „Atacama Large Millimeter/submillimeter Array“, kurz ALMA. Das ALMA ist ein internationales Radioteleskop-Observatorium in den nordchilenischen Anden. Es wird von der Europäischen Südsternwarte (ESO), dem National Radio Astronomy Observatory (NRAO) und dem National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ) betrieben. Am 29. Oktober wurde das ALMA von einer Cyberattacke getroffen, wobei die Radioteleskopantennen und die Webseite lahmgelegt wurden.

Das ALAM Observatory teilte jedoch auf Twitter mit, dass die Gefahr eingedämmt sei und Spezialisten daran arbeiten würden, die betroffenen Systeme wiederherzustellen. Der Angriff habe weder die ALMA-Antennen noch wissenschaftlichen Daten beeinträchtigt. Dennoch sei es noch nicht möglich zu sagen, wann man die reguläre Arbeit wieder aufnehmen könne.

Laut ESO ist ALMA mit 66 Präzisionsantennen, die bis zu 16 Kilometer voneinander entfernt stehen können, das derzeit größte bodengebundene Astronomieprojekt. Darüber hinaus war ALMA an dem Projekt „Event Horizon Telescope“ beteiligt, welches 2019 das erste direkte Bild eines Schwarzen Lochs aufnahm.

Melanie Staudacher ist Editor bei CSO. Ihr Schwerpunkt ist IT-Security.