Cybercrime-Ranking

Diese Länder sollten Sie meiden

Das Risiko, Opfer von Cybercrime ist zu werden, ist nicht überall auf der Welt gleichermaßen ausgeprägt. Lesen Sie, in welchen Ländern eine Internetverbindung besonders riskant ist.
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CSO | 22. November 2021 05:00 Uhr
Andere Länder, anderes Risiko: Lesen Sie, in welchen Teilen der Welt eine Internetverbindung zum Glücksspiel wird.
Andere Länder, anderes Risiko: Lesen Sie, in welchen Teilen der Welt eine Internetverbindung zum Glücksspiel wird.
Foto: Mitch Hutchinson - shutterstock.com

Cyberbedrohungen sind sehr unterschiedlich ausgestaltet, wobei Internetnutzer in einigen Ländern einem wesentlich höheren Risiko ausgesetzt sind als in anderen. Das liegt laut dem Security-Anbieter SEON unter anderem an der Nicht-Implementierung von Cybersecurity-Programmen sowie der individuellen Gesetzgebung innerhalb der Länder. Die Security Company kombinierte Daten aus einer Reihe von Indizes und Indikatoren für Cybersicherheit, um eine globale Rangliste der Länder mit dem höchsten (und geringsten) Cybercrime-Risiko zu erstellen. Wir verraten Ihnen, wie das Ergebnis ausgefallen ist.

Cybercrime-Ranking: Die gefährlichsten Länder

Am negativen Ende der Skala stehen die Länder, die den geringsten Schutz vor Cyberkriminalität bieten. Diese Länder weisen eine nur sehr schwache - oder gar keine - Gesetzgebung zur Bekämpfung von Cybercrime auf und bergen daher das größte Risiko, dass im Rahmen von Transaktionen persönliche Daten offengelegt werden, so der Bericht.

Diese Länder weisen das höchste Cybercrime-Risiko auf.
Diese Länder weisen das höchste Cybercrime-Risiko auf.
Foto: SEON

Das Schlusslicht in Sachen Cybersicherheit ist Myanmar. Das südostasiatische Land schneidet mit einem Punktewert von 2,22 (Maximalwert 10) im Global Cyber-Safety Index von SEON am schlechtesten ab. Dabei konnte das Land in sämtlichen Bereichen nicht überzeugen - insbesondere, was die Gesetzgebung angeht. Bislang hat Myanmar kaum Gesetze erlassen, die Cyberkriminellen Steine in den Weg legen.

"Selbst wenn ein Land Gesetze zum Schutz der Privatsphäre von Verbrauchern oder zur digitalen Sicherheit verabschiedet hat oder dabei ist, sie zu verabschieden: Wenn es keine wirklichen Konsequenzen für diese Verbrechen gibt - weder für die Kriminellen noch für Unternehmen die sich Security-Regularien verweigern - hat man nur ein Stück Papier mit guten Absichten", konstatiert Liz Miller, Vice President bei Constellation Research.

Auf Myanmar folgt mit Kambodscha beim Cybercrime-Ranking der gefährlichste Länder ein weiterer südostasiatischer Staat. Kambodscha bringt es auf eine "Cybersicherheitsnote" von 2,67 und schneidet dabei in sämtlichen Metriken geringfügig besser ab als Myanmar.

Die Top Ten der gefährlichsten Länder im Cybercrime-Ranking.
Die Top Ten der gefährlichsten Länder im Cybercrime-Ranking.
Foto: SEON

Das drittgefährlichste Land in Sachen Cybercrime-Risiko ist laut dem SEON-Ranking Honduras mit einem Wert von 3,13. Das zentralamerikanische Land schneidet beim Global Cyber-Safety Index von allen untersuchten Ländern am schlechtesten ab - kann sich aber durch eine besser ausgestaltete Gesetzgebung zur Bekämpfung von Cyberkriminalität vor Myanmar und Kambodscha halten.

Die Top Ten der Länder mit dem größten Cyberrisiko wird von Bolivien, die Mongolei, Algerien, Simbabwe, Nicaragua, Bosnien-Herzegowina und El Salvador komplettiert.

Cybercrime-Rangliste: Die sichersten Länder

Bei den sichersten Ländern in Sachen Cybercrime belegt Dänemark mit einer Gesamtnote von 8,91 den Spitzenplatz. Besonders gut schneidet das nordeuropäische Land beim Cybersecurity Exposure Index ab (lediglich 0,117 Punkte). Auf Rang zwei der sichersten Länder folgt Deutschland mit einer Bewertung von 8,76 noch vor den USA mit 8,73.

Deutschland landet im Ranking der sichersten Länder auf dem zweiten Platz.
Deutschland landet im Ranking der sichersten Länder auf dem zweiten Platz.
Foto: SEON

Weitere Kandidaten, die es in die Top Ten der sichersten Länder geschafft haben, sind Norwegen, Großbritannien, Kanada, Schweden, Australien, Japan und die Niederlande.

Die Top Ten der sichersten Länder weist einen europäischen Schwerpunkt auf.
Die Top Ten der sichersten Länder weist einen europäischen Schwerpunkt auf.
Foto: SEON

Cybercrime: Starke Security braucht Ressourcen

Um zu verstehen, warum einigen Ländern ein höheres Cybercrime-Risiko als anderen innewohnt, müssten die Ressourcen und das Wohlstandslevel der potenziellen Ziele berücksichtigt werden, meint Research-Spezialist Miller: "Sicherheit erfordert Ressourcen, zu denen manche Unternehmen in manchen Ländern keinen Zugang haben. Das kann das Budget für die Implementierung proaktiver Schutzmaßnahmen, die nötigen Fachkräfte oder die Zeit betreffen, die nötig ist, um ein Sicherheitsteam aufzustellen. Einige dieser Unternehmen priorisieren auch den laufenden Betrieb vor der Sicherheit, was für bösartige Akteure ein attraktives Umfeld schafft."

Länder, die am stärksten gefährdet sind, sollten Maßnahmen zur Regulierung und Aufklärung der Öffentlichkeit ergreifen, empfiehlt Miller: "Der Durchschnittsverbraucher sieht sich nicht als Security-Schwachstelle. Einige rufen nach der Regierung, um die Probleme mit den gesichtslosen Fremden zu lösen, die Kapuzenpullis tragend in ihren Kellern lauern. Aber wir alle wissen, dass der gesichtslose Kapuzenmann nicht auf den Link in der E-Mail geklickt hat, die vermeintlich vom Finanzinstitut des Vertrauens kam."

In Millers Augen müssten Regierungen, die es mit der Cybercrime-Bekämpfung wirklich ernst meinten, auf Partnerschaften setzen: "Der öffentliche und der private Sektor müssen gemeinsam Lösungen entwickeln und Informationen austauschen, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und schnell abwehren zu können."

So entstand das SEON Cybersecurity-Ranking

Um seinen globalen Cybersicherheitsindex zu erstellen, sammelte SEON zunächst Daten aus dem National Cyber Security Index (NCSI), der jedes Land auf Grundlage seiner Cybersicherheitsmaßnahmen einstuft. Anschließend zog der Sicherheitsanbieter Daten aus einem ähnlichen Ranking heran, dem Global Cybersecurity Index 2020. Die Daten aus diesen beiden Quellen wurden verwendet, da sie unterschiedliche Kriterien für die Einstufung der einzelnen Länder zugrunde legen.

Darüber hinaus verwendete SEON für sein Ranking auch den Basel AML Index (9th Edition), der die Länder hinsichtlich ihres Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungs-Risikos einstuft. Beide illegalen Aktivitäten werden meist digital abgewickelt, so dass der Index einen guten Indikator dafür darstellt, wie gut das Internet in den einzelnen Lämndern überwacht und gesichert ist.

Weil aller guten Dinge drei sind, berücksichtigte SEON bei der Erstellung des Gesmamtrankings auch den Cybersecurity Exposure Index 2020 (CEI), der die Gefährdung der Internetnutzer in jedem Land misst. Zusätzlich zu diesen verschiedenen Indizes untersuchte SEON die Stärke der Gesetzgebung zur Internetkriminalität in jedem Land.

Dieser Beitrag basiert auf einem Artikel unserer US-Schwesterpublikation CSO Online.

Florian beschäftigt sich mit vielen Themen rund um Technologie und Management. Daneben betätigt er sich auch in sozialen Netzen.
Shweta schreibt für unsere US-Schwesterpublikation CSO Online.