100 Millionen Dollar gestohlen

Blockchain von Binance steht still

Indem sie die Transaktions-Schnittstelle zwischen verschiedenen Blockchains angriffen, konnten Hacker 100 Millionen Dollar erbeuten.
Von 
CSO | 07. Oktober 2022 11:15 Uhr
Bei einer Cyberattacke auf die Krypto-Handelsplattform Binance griffen Hacker die Cross Chain Bridge an, die für die Transaktion von Assets zuständig ist.
Bei einer Cyberattacke auf die Krypto-Handelsplattform Binance griffen Hacker die Cross Chain Bridge an, die für die Transaktion von Assets zuständig ist.
Foto: Grey82 - shutterstock.com

Die Plattform Binance ist gemessen an ihrem Handelsvolumen die größte Kryptobörse weltweit. Täglich werden dort digitale Assets im Wert von 76 Milliarden Dollar gekauft und verkauft, von weltweit 90 Millionen Kunden. Aufgrund "irregulärer Aktivitäten" stehen die Plattform und die Blockchain seit der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober still. Dies bestätigte Binance via Twitter.

Wie CEO Changpeng Zhao auf Twitter schreibt, hätten die Hacker den Token Hub der Binance Smart Chain (BSC) angegriffen, der eine sogenannte Cross Chain Bridge darstellt. Diese ermöglicht die Übertragung von digitalen Assets und Informationen von einer Blockchain zur anderen. Allerdings werden die Token bei der Übertragung nicht von Blockchain A nach Blockchain B gebracht. Stattdessen friert die Bridge den Vermögenswert des Verkäufers in der Blockchain A ein und in der Blockchain B erhält der Käufer ein Substitut im selben Wert. Während dieser Transaktionen seien BSC-Token im Wert von 100 Millionen Dollar gestohlen worden.

Lesetipp: 8.000 Krypto-Wallets von Solana geleert

Angriffe auf Cross Chain Bridges

Schon länger verweisen Krypto-Experten darauf, dass Cross Chain Bridges zu einem wichtigen Angriffsvektor für Cyberkriminelle werden. Da die Vermögenswerte bei der Transaktion auf verschiedene Netzwerke verteilt werden, die jeweils unterschiedliche Sicherheitsniveaus haben, sind die Blockchains sehr abhängig voneinander. Wird eine Blockchain angegriffen, kann sich der Vorfall auch auf andere Ketten auswirken

Wie die Experten von Chainalysis in einem Blogbeitrag schreiben, sind in diesem Jahr bereits zwei Milliarden Dollar an Kryptowährung bei Angriffen auf Cross Chain Bridges gestohlen worden. Je höher der Wert sei, der durch die Cross-Chain-Brücken fließe, desto höher sei die Attraktivität für Cyberkriminelle. Diese Entwicklung stelle eine erhebliche Bedrohung für das Vertrauen in die Blockchain-Technologie dar. Allerdings würden die Anbieter entsprechende Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, mit denen sie den Geldfluss nachverfolgen können, um einen Angreifer daran zu hindern, sich das gestohlene Geld auszuzahlen.

Auch Binance reagierte schnell mit Sicherheitsmaßnahmen und pausierte die Blockchain sowie alle Transaktionen. Noch in der selben Nacht gab Zhao Entwarnung. Das Problem sei eingedämmt, das Geld der BSC-Kunden sei sicher. Darüber, wer hinter dem Hack steckt, gibt es bislang keine Informationen.

Lesetipp: Die Kryptokrise befeuert den Cybercrime

Melanie Staudacher ist Editor bei CSO. Ihr Schwerpunkt ist IT-Security.