Warnung durch britische Behörde

Angst vor Cyberattacke verzögert Wahl

Statt am 1. August kann die Konservative Partei erst am 11. August über ihren neuen Parteichef und damit den neuen Premierminister Englands abstimmen.
Von 
CSO | 05. August 2022 08:05 Uhr
Wer Boris Johnsons Nachfolger als britischer Premierminister wird, soll trotz der Verzögerungen bis spätestens 5. September geklärt sein.
Wer Boris Johnsons Nachfolger als britischer Premierminister wird, soll trotz der Verzögerungen bis spätestens 5. September geklärt sein.
Foto: Alexandros Michailidis - shutterstock.com

Eigentlich hätten die rund 180.000 Mitglieder der regierenden Konservativen Partei schon am 1. August die Wahlzettel für die Abstimmung des nächsten britischen Premierministers erhalten sollen. Nun müssen die Tories mit der Wahl des nächsten Parteivorsitzenden und Nachfolgers von Boris Johnson bis zum 11. August warten. Grund dafür ist eine Warnung des Government Communications Headquarters (GCHQ). Wie "The Telegraph" am vergangenen Dienstag berichtete, hatte die britische Spionagebehörde davor gewarnt, dass die Wahl durch eine Cyberattacke manipuliert werden könnte.

Kein konkreter Verdacht

Ursprünglich war geplant, dass die Wahlberechtigten neben der Abstimmung per Brief auch online ihre Stimme entweder für Rishi Sunak oder für Liz Truss abgeben - und dort bis zum Wahlende am 2. September - korrigieren können. Aufgrund der Warnung des GCHQ gibt es diese Option nun nicht mehr, da befürchtet wurde, Kriminelle könnten sich Zugang zum Wahlportal verschaffen. Die Änderungen verschoben den kompletten Wahlvorgang um zehn Tage nach hinten.

Konkrete Informationen über eine Bedrohung lägen dem GCHQ nicht vor, hieß es, die Warnung sei eher allgemeiner Natur. Ein Sprecher des Nationalen Cyber-Sicherheitszentrums (NCSC) in Großbritannien habe die Behörde beraten: "Der Schutz der demokratischen Prozesse und der Wahlen im Vereinigten Königreich hat für das NCSC Priorität, und wir arbeiten eng mit allen politischen Parteien im Parlament, den lokalen Behörden und den Abgeordneten zusammen, um sie in Sachen Cybersicherheit zu beraten und zu unterstützen. Wie von der nationalen Cybersicherheitsbehörde des Vereinigten Königreichs nicht anders zu erwarten, haben wir die Konservative Partei in Bezug auf Sicherheitsaspekte bei Online-Wahlen beraten."

Melanie Staudacher ist Editor bei CSO. Ihr Schwerpunkt ist IT-Security.