Hackerangriff

Cyberattacke auf Kupferproduzent Aurubis

Das BSI hat kürzlich erst vor der Zunahme der Cyberattacken gewarnt. Nun haben Hacker erneut ein großes Unternehmen in Deutschland angegriffen.
CSO | 28. Oktober 2022 17:27 Uhr
Der Kupferkonzern Aurubis ist Opfer einer Cyberattacke geworden.
Der Kupferkonzern Aurubis ist Opfer einer Cyberattacke geworden.
Foto: Aurubis AG

Europas größte Kupferhütte Aurubis teilte mit, in der Nacht zum Freitag habe es einen Cyberangriff auf die IT-Systeme des Unternehmens gegeben. Wegen des Angriffs seien gezielt zahlreiche Systeme an Aurubis-Standorten präventiv heruntergefahren und vom Internet getrennt worden, hieß es. "Die Produktion konnte weitgehend aufrechterhalten werden. Der Umfang der Auswirkungen im Konzern wird derzeit bewertet." Aurubis arbeite eng mit den eingeschalteten Ermittlungsbehörden zusammen.

Produktion soll weiterlaufen

Das Unternehmen bezeichnete es als oberstes Ziel, "die Produktion und den Bezug von Rohstoffen sowie die Lieferung von Metallen und Produkten weiter am Laufen zu halten". Die Produktions- und Umweltschutzanlagen an den Hüttenstandorten laufen den Angaben zufolge, der Warenein- und -ausgang werde manuell aufrechterhalten.

"Es werden Übergangslösungen implementiert, um den Geschäftspartnern ab nächster Woche die vollen Service-Leistungen des Unternehmens wieder zur Verfügung zu stellen", hieß es weiter. "Aktuell kann Aurubis jedoch noch keine Auskunft darüber geben, wann die Systeme wieder komplett funktionsfähig sind."

BSI schätzt Sicherheit im Cyberraum als stark gefährdet ein

Generell steigt die Gefahr, dass Unternehmen zum Ziel von Hackern werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat erst in dieser Woche in seinem aktuellen Lagebericht darauf hingewiesen, dass die Sicherheit im Cyberraum so stark gefährdet sei wie nie zuvor. Neben Aktionen von Kriminellen, die vor allem finanzielle Motive im Sinn haben, macht die Behörde Cyberangriffe im Kontext des russischen Angriffs auf die Ukraine als Ursache für die hohe Bedrohung aus.

Beklagt wurde auch in vielen Fällen eine unzureichende Qualität von IT- und Software-Produkten. Jede Schwachstelle in Soft- oder Hardware-Produkten sei ein potenzielles Einfallstor für Angreifer und gefährde die Informationssicherheit in Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft, warnte das BSI. (dpa/rs/jm)